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Gemeinschaften erforschen: Ökodörfer als Modelle gelebter Nachhaltigkeit

Eingereicht von Initiative am 08. Nov 2013 - 09:00 Uhr             Seitenaufrufe: 105874

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Vom Umweltbundesamt gefördert: Ecovillages bekannter machen - zweijähriges Projekt erforscht Ökodörfer als Lösungsansatz für die soziale und ökologische Krise. 

Berlin/Frankfurt a.M. Seit 1. März 2013 läuft das vom deutschen Umweltbundesamt über zwei Jahre geförderte Projekt „Modelle gelebter Nachhaltigkeit“, welches vom Global Ecovillage Network of Europe (GEN) in Zusammenarbeit mit dem European Business Council for Sustainable Energy (e5) durchgeführt wird. Das gemeinsame Projekt wird Ökodörfer als Lösungsansatz für die globale soziale und ökologische Krise bekannt machen und betrachten. 


Ökodörfer sind gelebte, partizipatorisch entwickelte, dezentrale Modelle für eine nachhaltige Lebensweise und für die Erprobung und Entwicklung eines umweltschonenden Lebensstils. Durch die synergetische Wirkung von lokaler Kooperation und Partizipation auf den Ebenen Ökologie, Ökonomie, Soziales und Kultur sind im deutschsprachigen Raum über 30 Ökodörfer im gelebten Experiment als Entwürfe und Modelle für eine nachhaltige Lebensweise entstanden. Fern von freudlosem Verzicht und dogmatisch starren Regeln bieten sie immer mehr Menschen Anregungen für umwelt- und ressourcenschonende Wohn-, Lebens- und Arbeitsformen.


Der Nachhaltigkeitsansatz der Ökodörfer im urbanen Raum

Der von GEN-Europe betreute Themenstrang wird Ökodörfer als Modelle für ökologische, ökonomische, soziale und kulturelle Nachhaltigkeit einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Dies soll primär über die Organisation von mehreren Bildungsveranstaltungen in deutschen Großstädten und einer Internetseite mit Ökodorf-Datenbank und interaktiven Features geschehen.

Seit 1995 tritt das Global Ecovillage Network als internationales Netzwerk für die Verbreitung und Vernetzung von Ökodorf-Projekten ein. „Inzwischen hat sich längst ein weiterer Fokus entwickelt: Der Bedarf, die dort entwickelten Kenntnisse auch für andere Lebensentwürfe und auch insbesondere in den urbanen Lebensraum hinein zu tragen, um auch hier Antworten auf die Fragen unserer Zeit in konkretes Alltagsleben integrieren zu können.“, so die Präsidentin des Netzwerkes, Kosha Joubert.

Im Rahmen des Projektes werden das Globale Ökodorf Netzwerk und Ökodörfer im deutschsprachigen Raum über Internetauftritt, Flyer, und Organisation von Bildungsveranstaltungen präsentiert, um einer breiteren Öffentlichkeit den Gedanken nachhaltiger Lebensprojekte und ihre Grundlagen nahe zu bringen. Konkret wird eine Ökodorf Datenbank und interaktive Online-Karte entwickelt. Das Netzwerk GEN und das Ökodorf-Konzept werden in 7-8 verschiedenen regionalen Veranstaltungen in verschiedenen deutschen Großstädten bekannt gemacht. Darüber hinaus ist eine Präsenz auf öffentlichen Veranstaltungen wie Kongressen oder Messen vorgesehen. Gegen Ende des Projektzeitraums wird eine zweitägige Tagung zum Thema in Berlin durchgeführt.


Gemeingüterökonomie – Ökodörfer als gesellschaftliche Innovationsquelle

Der innerhalb des Projekts von e5 betreute Themenstrang „Nachhaltige Lebensstile durch Gemeingüterökonomie“ wird sich genauer der Frage widmen, wie Ökodörfer Impulse für die notwendige Transformation der Gesellschaft bieten können. Der 1996 gegründete europäische Unternehmerverband setzt sich international für Klimaschutz und den ökologischen Umbau der Industriegesellschaft ein. „In den letzten Jahren können wir eine Renaissance der Gemeingüter-Ökonomien beobachten, die wichtige Impulse für die Volkswirtschaften moderner Industriestaaten geben können. Die in Ökodörfern praktizierten Wirtschaftsformen, sozialen und technologischen Innovationen sind hochinteressant, um neue nachhaltige Wirtschaftskreisläufe, Produktionsweisen, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.“ hält Sebastian Gallehr, Vorstandsvorsitzender von e5 fest. In vier regionalen Roundtables und einer größeren Fachkonferenz soll deshalb untersucht werden, ob und wie die technologischen und wirtschaftlichen Innovationen sowie die nachhaltige und gemeinschaftliche Lebensweise aus Ökodörfern vom gesellschaftlichen Mainstream genutzt werden können. In der etablierten Wirtschaft sind Innovationen und Lebensstiländerungen aus Ökodörfern bislang kaum beachtet worden, das unternehmerische Potential ist weitgehend unerschlossen. Die Veranstaltungsreihe ist deshalb dafür gedacht, einen fachlichen Austausch mit nachhaltig orientierten Unternehmern und Wirtschaftsvertretern zu initiieren.

Zugleich soll die Verständigung zwischen ökologischen Lifestyle-Avantgarden, wie sie sich in Ökodörfern finden, und städtischen Commonsaktivisten aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die eher die Bedürfnisse urbaner Milieus adressieren, gestärkt werden. Es wird also eine Begegnung von Milieus stattfinden, die sich wechselseitig bislang nur wenig kennen. Die Ergebnisse des Austausches und Diskussionen fließen in eine Studie ein, die die wirtschaftlichen Potentiale der Gemeingüterökonomien in Ökodörfern für ein nachhaltiges Wirtschaften ganzheitlich und systematisch ausloten wird.

GEN-Europe und e5 werden innerhalb des Projekts vornehmlich ihre jeweiligen Kompetenzbereiche betreuen, aber auch immer wieder in gemeinsame Aktivitäten Überschneidungen herstellen und Synergien nutzen.

Quelle: European Business Council for Sustainable Energy (e5)



Anmerkungen:
Der Krise begegnen: GEN Europe und e5 wollen Ökodörfer bekannter machen.
FOTO: Detlef Müller (sd)


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Kommentare

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  1. Zwang
    Warum muss sich der Staat in alles einmischen. Der soll die Bürger einfach in Ruhe lassen, damit die ihr Leben selber und untereinander regeln können.
    Wenn jemand als Öko leben will, ok, soll er machen. Wenn jemand das Grossstadtleben mag, auch ok. Aber das der Staat immer alles zentral regeln und bestimmen will ist das Grundübel aller Probleme.
  2. Sinnvolles Forschungsprojekt
    Hallo,
    Wieso einmischen ..? Es ist doch gut, dass Ökodörfer mal genauer erforscht werden.

    Natürlich kann jeder entscheiden, wie und wo er/sie leben möchte. Das kann in der Stadt, auf dem Land - oder aber in einer nachhaltigen Gemeinschaft sein.
    Stadt und Land kennt jeder, Ökodörfer nur die allerwenigsten. Daher eben dieses Bekanntmachen.

    Gruss
    Detlef Müller
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